Hidden Champions

Silvio Rahr

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Lesezeit ca. 17 Minuten

„Eine gute Idee reicht nicht“ – Start-up-Gründer Silvio Rahr im Interview

Ohne Plan kein Erfolg

Heute können wir euch bei The Hidden Champion einen Vordenker vorstellen, mit dessen Arbeit ihr sicher schon einmal Bekanntschaft gemacht habt. Wenn ihr ein Krankenhaus betretet und nicht vor einem verglasten Verschlag für den Pförtner steht, sondern an einem offenen und einladenden Empfangstresen, dann ist das das Verdienst von Silvio Rahr. Er kommt eigentlich aus dem Hotelgewerbe. Nach seinem Zivildienst hatte er sich zum Ziel gesetzt, die angenehme Atmosphäre eines Hotelzimmers in den sterilen Krankenhausalltag zu bringen und wir können feststellen: Das ist ihm gelungen. Viele Krankenhäuser haben sein Konzept übernommen oder übernehmen es gerade.

Doch Silvio Rahr denkt als echter Pionier schon wieder weiter: „Das Thema Mitarbeiter-Benefits wird immer wichtiger. Man kann eben nicht nur ein Gehalt und einen Obstkorb haben, sondern es geht darum, wie man sich als Arbeitgeber so attraktiv wie möglich positionieren kann.“ Silvio ist sich sicher, eine private Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenkasse ist ein gutes Mittel dazu. Als Geschäftsführer des Start-ups „Wir für Gesundheit“ bietet er deutschen Unternehmen die Möglichkeit, ihren Angestellten einen attraktiven Benefit für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter anzubieten. Die Unternehmensgründung lieg noch nicht lange zurück, trotzdem hat Silvio schon ein großes Ziel vor Augen: Er möchte mit seinem Unternehmen zum Marktführer unter den privaten Krankenversicherungen werden. Damit das gelingt, braucht es vor allem zwei Dinge: einen guten Plan und die Hartnäckigkeit um ihn umzusetzen. Warum jedes Start-up aber auch eine gute Finanzierung braucht und auf was Du bei Deiner Unternehmensgründung aufpassen solltest, hat er uns im Interview verraten. Außerdem geht es um die Vorzüge von Karlsruhe und Berlin, den Fanny-Medelssohn-Preis und den nach eigener Aussage einzigen zufriedenen Kunden der Deutschen Bahn.

Interview mit Silvio Rahr

Johannes Wosilat: Unternehmer haben die Aufgabe, mit für ihre Belegschaft zu sorgen – und das bedeutet nicht nur ein Gehalt und einen Obstkorb. Mein heutiger Gast weiß ganz genau, von was ich spreche. Er sorgt für Wertschätzung im Unternehmen. Konkret heißt das nämlich medizinische Versorgung auf höchstem Niveau für die Belegschaft. Dafür hat er es geschafft, ein beeindruckendes Netz aus über 400 medizinische Einrichtungen zu bilden. Wie er mit ständigen Herausforderungen umgeht und was ihn am Ende zum Erfolg führt, darum geht es heute. Wir für Gesundheit ist mein heutiger Hidden Champion und neben mir der Geschäftsführer Silvio Rahr. Willkommen, Silvio. Danke, dass ich Dich heute in Berlin besuchen darf.

Silvio Rahr: Ja, herzlich willkommen bei uns mitten in Berlin.

Johannes Wosilat: Aber so was von mitten in Berlin. Da drüben ist der Bundestag.

Silvio Rahr: Der Bundestag, genau. Bei besten Wetter heute, blauer Himmel. Und wir sind hier mitten in der Friedrichstraße.

Johannes Wosilat: Silvio, erzähl mal in ein, zwei, drei Sätzen, was Du eigentlich machst.

Silvio Rahr: Wir haben vor sieben Jahren Wir für Gesundheit gegründet, als größtes trägerübergreifendes Qualitätsnetzwerk. Die Vision war eine Art Start-up im Gesundheitswesen zu gründen. Ich glaube, das ist ein ganz gutes Bild. Was uns eint, ist weit überdurchschnittliche medizinische Qualität. Wir wollten das Thema betriebliche Krankenversicherung neu denken. In Deutschland sind gerade mal 1 % der 42 Millionen Arbeitnehmer durch ihren Arbeitgeber mit einer betrieblichen Kranken-Zusatzversicherung, also quasi mit Privatpatienten-Status abgesichert. Schauen wir nach Skandinavien, sind das weit mehr als 1/3 der Arbeitnehmer; in Amerika undenkbar, einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, wenn da nicht so eine Passage drin ist. Das haben wir gemeinsam mit unserem Partner Debeka neu gedacht. Um damit Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, dass ihr Arbeitgeber sie upgradet – zur gesetzlichen Krankenversicherung eine private Zusatzversicherung.

Johannes Wosilat: Okay und da haben sich jetzt ziemlich viele angeschlossen?

Silvio Rahr: Wir haben jetzt weit über 700 Arbeitgeber, also weit über 100.000 Mitarbeiter. Für ein junges Start-up ist das ein sehr dynamisches Wachstum, auch wenn man mal bedenkt, dass wir ja zwei Jahre Pandemie hatten und viele Firmen natürlich erst mal andere Notwendigkeiten oder wirtschaftliche Schwierigkeiten hatten. Aber wir sind sehr zufrieden, wie wir gewachsen sind und ich glaube. Das Thema Mitarbeiter-Benefits wird immer wichtiger. Man kann eben nicht nur ein Gehalt und einen Obstkorb oder eine klassische Entlohnung haben, sondern es geht darum, wie man sich als Arbeitgeber so attraktiv wie möglich positionieren kann. Und da sind Benefits eine total wichtige Zusatz-Eigenschaft und natürlich das Thema Gesundheit ist immer wichtiger geworden. Ich glaube, das haben wir auch durch die Pandemie gelernt. Gesundheit ist das Allerwichtigste und wenn dann der Arbeitgeber auch noch Fürsorge und Verantwortung zeigt und die Mitarbeiter dabei unterstützt, dann ist das perfekt.

Johannes Wosilat: Wie lange gibt es euch schon?

Silvio Rahr: Jetzt sind wir im siebten Jahr.

Johannes Wosilat: Das verflixte siebte Jahr, also fast überstanden.

Silvio Rahr: Ein guter Freund und Kollege aus dem Baden-Badener Unternehmergespräch sagt mir immer: „Silvio, Du brauchst sieben Jahre, bis ihr wirklich euch etabliert habt und ich habe die zwei Jahre Pandemie nicht mitgezählt.“ Aber in der Tat haben wir ein sehr gutes Jahr vor uns.

Johannes Wosilat: Okay, was hat Dich dazu bewegt, das anders zu denken?

Silvio Rahr: Ich komme klassisch aus der Hotellerie, bin dann durch meinen Zivildienst und danach wieder in die Krankenhauswelt eingetaucht und hatte dort die wirklich sehr, sehr schöne Aufgabe das Thema Kundenorientierung, Privatpatienten-Services allgemein in ein Krankenhaus oder eine Krankenhaus-Kette einzubringen und zu gestalten und neu zu manifestieren. Das war unglaublich spannend, weil in der Hotel-Welt vieles anders gelebt wird, an Service und Kundenorientierung, als das damals der Fall war. Im Krankenhaus, da war man Patient. Aber es geht ja darum: Der Patient soll auch sich als Kunde, als Gast fühlen, soll sich umsorgt fühlen, nicht nur medizinisch top behandelt, sondern sich natürlich auch einfach wohlfühlen – so gut es in einem Krankenhaus geht. Und das habe ich dann gemeinsam mit wunderbaren Teams über 15 Jahre getan. Schicke Leistungs-Privat-Stationen gebaut, Service allgemein in die Kliniken verankert. Das waren damals solche tollen Projekte, dass es nicht mehr so ein Guckloch mit Scheibe gibt und dahinter ist jemand in einem Kittel – eine Pforte, so hieß das damals. Aber mir war wichtig, dass man das als Empfang sieht. Glasscheibe weg und wirklich eine nette junge Dame oder einen jungen Herrn hin, die dann den Patienten berät, empfängt. Also insofern, das sind alle so genau, man kennt es gar nicht mehr. So vor 20 Jahren war das tatsächlich für uns Neuland. Wir haben 2004 den Dienstleister-Wettbewerb in Baden-Württemberg mit dem ersten Preis gewonnen, weil es eben so revolutionär war, dass man tatsächlich eine Klinik wählt und ein Hotel wählt, Philosophie und Service-Denken miteinander vernetzt.

Johannes Wosilat: Das war natürlich ein Vorteil, dass Du aus der Hotellerie kommst, weil Du hast schon diese Denke hattest.

Silvio Rahr: Absolut.

Johannes Wosilat: Und dann geht man ins Krankenhaus rein, denkt sich, was kann man anders machen?

Silvio Rahr: Genau. Ja, ich glaube, das ist wirklich so ein Transformationsprozess gewesen, der heute ganz normal ist. Heute haben viele deutsche Krankenhäuser wirklich viel getan, um die Eingangshalle und die Cafeteria wirklich wie in einem hotelähnlichen Zustand einzurichten. Ich glaube, da sind wir ein ganzes Stück weiter und das ist auch gut und es freut mich auch total. Aber nach 15 Jahren wollte ich eben gerne auch wieder eine neue Herausforderung angehen. Damals kam immer die Frage von den vielen Mitarbeitern, die ich natürlich auch gecoacht habe zum Thema Kundenorientierung oder Der Patient im Mittelpunkt des Handelns aller Beteiligten: „Jetzt haben Sie so schön diese ganzen Leistungen auf die Station gebracht. Aber was haben wir als Mitarbeiter davon?“ Da haben wir 2008, damals für die Hegels-Kette, für wirklich alle Mitarbeiter diese Zusatzversicherung entwickelt und eingeführt. Das war dann aber so eine große Nachfrage, dass wir 2014 eben auch Arbeitgeber rund um diese Kliniken damit begeistern wollten, weil die eben nachgefragt haben, ob sie die Karte auch haben können. Dann haben wir dieses unabhängige, trägerübergreifende Qualitätsnetzwerk gegründet und gemeinsam diese Idee der betrieblichen Krankenversicherung weiterentwickelt. Viel mehr Services dazugepackt, damit das wirklich attraktiv für Arbeitgeber ist.

Johannes Wosilat: Arbeitest Du mit anderen Versicherungen zusammen?

Silvio Rahr: Nein, die Debeka ist unser alleiniger Versicherer. Wir haben den Tarif gemeinsam entwickelt. Wir sind auch gemeinsam im Vertrieb. Das heißt, sowohl wir als auch die Debeka spricht mit vielen Arbeitgebern und platziert eben die Plus Card, die dann mit dem eigenen Logo eben zur eigenen Gesundheitskarte wird.

Johannes Wosilat: In den ganzen sieben Jahren: Was war denn Dein größter Fehler?

Silvio Rahr: Ich glaube, es war eine Fehleinschätzung, dass ich mir gewünscht habe, dass es alles noch viel schneller geht und nicht sieben Jahre brauche. Denn, das muss man sagen, es braucht in Deutschland immer Zeit, so was zu entwickeln. So ein neues Tarif-Werk muss geprüft werden, auch von den Aufsichtsbehörden, von dem Bundeskartellamt und, und, und. Unsere Idee war schon sehr, sehr neu und innovativ und da sind eben auch viele Schritte sehr gründlich zu prüfen. So ist das eben in Deutschland. Wir sind eben immer ganz bedacht, dass alles 150-prozentig ist und ich glaube, da hätte ich mir manchen Schritt viel schneller gewünscht. Aber ich glaube, es war kein Fehler, eher eine Fehleinschätzung. Und es ist ja gut, wenn man eher ein bisschen ambitionierter im Tempo ist als zu langsam.

Johannes Wosilat: Ich glaube, die Energie braucht man. Gab es dabei Hürden?

Silvio Rahr: Es gab tatsächlich immer wieder auch Hürden. Das eine war beispielsweise, dass der Steuergesetzgeber, also das Finanzministerium, eine solche sehr soziale Leistung plötzlich versteuert hat. Also das heißt, die Plus Card ist wieder Sozial- und Steuerabgaben frei bis zu einer bestimmten Grenze und plötzlich hat man eine, ich sage mal, eigentlich nicht dafür gedachte Regelung hergenommen, sodass es quasi in der Vorgängerregierung steuerpflichtig wurde. Dann gab es umfassende Klagen bis zum Bundesfinanzhof und irgendwann hat die Politik dann eben auch reagiert und hat das Urteil des Bundesfinanzhofes umgesetzt, sodass sie jetzt wieder Steuer- und Sozialabgaben frei ist. Ich glaube, man sollte es keinem Arbeitgeber steuerlich nachteilig auslegen, wenn er sich für seine Mitarbeiter engagiert und was Gutes tut.

Johannes Wosilat: Und das wurde wirklich zum Nachteil?

Silvio Rahr: Vorher steuerpflichtig, so in den ersten vier Jahren. Danach wurde es jetzt wieder steuer- und sozialabgabenfrei. Genau bis zu einer Grenze von jetzt 50 € kann ein Arbeitgeber für den Mitarbeiter egal welche Benefits finanzieren. Und dann ist es natürlich auch vom Aufwand gut, wenn das jetzt nicht alles pro einzelne Lohnsteuerklasse versteuert werden muss. Damit haben wir es natürlich, ich sage jetzt mal, für viele Arbeitgeber auch noch ansprechender.

Johannes Wosilat: Wenn ich jetzt zum Beispiel aus einem Nicht-Gesundheitsbereich kommen würde, wäre das dann auch für mich interessant? Seid ihr da ganz explizit auf den Medizinbereich fokussiert?

Silvio Rahr: Das sind wir nur, was unsere Partner betrifft, also die medizinischen Partner, unsere über 400 Qualitätspartner, also Kliniken und über 1000 ambulante Partner. Aber Arbeitgeber-Kunden haben wir aus allen Branchen. Ab zehn Mitarbeitern kann ich meine Mitarbeiter absichern, also größer zehn. Da gibt es viele kleinere, viele mittelständische, aber natürlich auch größere Kunden, die ihre Karte für ihre Mitarbeiter einsetzen.

Johannes Wosilat: Wie viele Kunden habt schon?

Silvio Rahr: Jetzt über 700, über 100.000 Mitarbeiter, die abgesichert sind durch ihren Arbeitgeber.

Johannes Wosilat: Das ist echt viel.

Silvio Rahr: Momentan ist es natürlich so: Jeder kämpft nicht nur um Fachkräfte, was man ja jeden Tag hört, sondern auch um Arbeitskräfte. Es gibt viele, die einfach auch händeringend Personal suchen und gerade auch vielleicht in Branchen, wo man nicht so variabel mit dem Lohn ist, dass man einfach außertarifliche Zulagen geben kann oder im Niedriglohnsektor. Dann kann man natürlich auch sagen: Da kann ich die Plus Card und vielleicht auch noch andere Benefits draufpacken als gutes Paket für den Mitarbeiter, um mich abzugrenzen.

Johannes Wosilat: Was war der beste Rat, den Du bisher bekommen hast? Denn Du hast ja schon auch mehrere Branchen berührt und gab es einen Rat, den Du bekommen hast, bevor Du Dich selbstständig gemacht hast, der Dich vielleicht nachhaltig beeinflusst hat?

Silvio Rahr: Ich bin angestellter Geschäftsführer, aber ich führe das Unternehmen so, als ob es mein eigenes wäre, weil ich für dieser Idee von dem ersten Gedanke an brenne. Ich glaube, der wichtigste Rat, den hat mir schon mein Ausbilder im Hotel und Restaurant gegeben. Nichts schieben, man weiß, man wird den gleichen Weg nie wieder zurückgehen, sondern tu es jetzt, wenn Du davon überzeugt bist, dann aber beharrlich dranbleiben. Ich bin so ein Gerechtigkeitsfanatiker. Wenn ich mir was vorgenommen habe, dann möchte ich das eben mit Disziplin auch wirklich zum Erfolg führen.

Johannes Wosilat: Sieben Jahre. Wenn Du jetzt die Zeit um fünf Jahre zurückdrehen würdest, was würdest Du anders machen?

Silvio Rahr: Ich glaube, mit dem, was wir jetzt heute gelernt haben, nach der Pandemie, würde man viel mehr, viel eher in Digitales investieren. Das tun wir jetzt auch. Aber ich glaube, wenn man es noch mal zurückdrehen könnte, dann wäre das sicherlich so ein Punkt. Wir haben durch die Pandemie alle gelernt, dass man flexibler arbeitet, dass man viel von unterwegs arbeiten kann. Und wir haben jetzt auch gerade eine App, eine Leistungs-App in der Entwicklung, die jetzt zeitnah für unsere Karteninhaber ist. Man braucht dann nur noch ein Foto von der Rechnung machen, abschicken oder eben auch so digitale Services, wo man einfach den Endkunden viel schneller erreicht und viel mehr Service bieten kann, als das vielleicht irgendwie herkömmlich der Fall ist

Johannes Wosilat: Was macht für Dich einen Hidden Champion aus?

Silvio Rahr: Ein Hidden Champion ist jemand, der in dieser Nische exzellent ist, mit einem wirklichen Konzeption brilliert und aus meiner Sicht auch wirklich ein Vordenker, weil er vielleicht etwas in Frage gestellt hat oder auch vollkommen neu gedacht hat. Insofern freue ich mich alleine schon mit euch heute hier zu sein, denn wir wollen tatsächlich einfach was neu denken. Und ich glaube, neu denken ist immer gut und deswegen ein Hidden Champion. Wir haben ja doch einige auch in Deutschland. Ich glaube, wir müssen noch viel mehr die guten Ideen und Konzepte platzieren und nach vorne stellen.

Johannes Wosilat: Wie viele Mitarbeiter habt ihr aktuell?

Silvio Rahr: Wir haben zehn Mitarbeiter.

Johannes Wosilat: Okay.

Silvio Rahr: Ein kleines, wirklich fantastisches Team. Wir helfen uns gegenseitig.

Johannes Wosilat: Aber wir sind nicht alle hier in Berlin, sondern sind verstreut?

Silvio Rahr: Wir haben vier Regionalleiter im deutschlandweiten Vertrieb, die natürlich auch Partner unserer Debeka-Außendienst-Kollegen sind, die ja auch viele Firmen betreuen und dann Kommunikationskollegen und hier das zentrale Büro, was das ganze Kundenmanagement, Arbeitgebermanagement hier abwickelt.

Johannes Wosilat: Wie führst Du, Du als Person gerecht? Also ein bisschen mit Gerechtigkeit?

Silvio Rahr: Ich würde sagen, vollkommen kollegial. Ich glaube, ein Team zu leben ist immer dann, wenn sich nicht nur als Chef sieht, sondern das für mich keine Mitarbeiter, sondern alles Kollegen sind. Ich bin sehr stolz auf mein kleines Team, weil es sich wirklich unglaublich gegenseitig ergänzt. Jeder hat seine Stärken und bringt die ein und durch die unterschiedlichen Charaktere kann dann so ein Team nur gewinnen, wenn einmal jemand noch mal auch seinen Punkt beisteuert. Und deswegen genau.

Johannes Wosilat: Was hältst du von Hierarchien?

Silvio Rahr: Gar nichts.

Johannes Wosilat: Hätte ich auch gesagt.

Silvio Rahr: Passt auch nicht bei uns.

Johannes Wosilat: Wie sieht für Dich ein perfekt funktionierendes Unternehmen aus, wenn es das überhaupt gibt?

Silvio Rahr: Ich wollte gerade sagen…

Johannes Wosilat: Ich wollte es dir vorwegnehmen…

Silvio Rahr: Ich weiß es nicht, ob es das gibt. Aber ich glaube, es ist gut, wenn jeder sich so engagiert, dass man zur Perfektion hinstrebt. Aber nur perfekt ist ja selten. Insofern glaube ich, wenn man den Anspruch hat, dass alles noch besser ist, ja. Aber insofern glaube ich: immer bemühen und immer was infrage stellen. Aber ob es dann wirklich perfekt ist, können meistens auch nur die anderen so beurteilen.

Johannes Wosilat: Hast du einen Mentor?

Silvio Rahr: Ich hatte tatsächlich, als ich vom Hotel in die Klinik gewechselt bin, schon so was wie Mentoren, die damalige Verwaltungsleiterin, die mir die Chance gab in sehr jungen Jahren meine ganze Hotel-Gedanken in die Klinik heranzubringen. Aber auch der damalige Eigentümer, Herr Dr. Hellmich von Hilgers, hat mich schon fasziniert, wie er einfach mit seinen unternehmerischen Zielen und Visionen umgeht. Insofern würde ich das schon als Mentoren bezeichnen, die beiden, weil ich natürlich gestalten durfte. Das war für mich natürlich als sehr junger Mensch, aus der Hotellerie kommend, unglaublich schön, so viel zu gestalten. Wie sieht ein Hotelzimmer im Krankenhaus aus oder ein Patientenzimmer auf Hotel-Standard? Und insofern bin ich darüber sehr, sehr froh, dass man mich überhaupt hat gestalten lassen. Das ist ja nicht so selbstverständlich, wenn da jemand aus einem ganz anderen Branche kommt. Aber ich glaube, wir haben gemeinsam sehr viel, viel erreicht mit all den vielen beteiligten Kollegen, den Planern, den Mitarbeitern, die das natürlich tagtäglich einfach auch leben müssen. Also insofern ja.

Johannes Wosilat: Okay, warum eigentlich Berlin? Also, kommst Du von hier? Denn Du sprichst nicht jetzt berlinerisch.

Silvio Rahr: Ich kann das auch nicht. Okay, ich komme aus der Nähe von Halle an der Saale, also klassisch Sachsen-Anhalt. Genau Hochdeutsch war Pflicht, obwohl das ja auch viele gibt, die dort sehr Dialekt sprechen.

Johannes Wosilat: Und warum dann Berlin?

Silvio Rahr: Berlin hat sich letztlich so ergeben, weil wir das wichtig fanden, in der Hauptstadt zu sein. Es gibt schon auch immer viele Kooperationspartner. Wir sind ja in verschiedenen Vereinigungen auch Partner Internationaler Wirtschaftsrat, Allianz der Verbände. Cyber-Sicherheitsrat ist auch ein brennendes Thema, gerade Cybersicherheit in deutschen Krankenhäusern. Und ich glaube, da ist Berlin schon ein sehr, sehr guter Standort.

Johannes Wosilat: Also auch Taktik. Man geht hier hin, weil auch die Partner, mit denen man kooperiert, auf nationaler Ebene, dann auch hier vor Ort sind.

Silvio Rahr: Auch Interessensverbände, Politik, all das, was man braucht, um auch so eine neue Initiative eben auch gut zu präsentieren.

Johannes Wosilat: Hier sind alle Gesundheitsministerien in direkter Umgebung. Ich bin an einem, glaub ich, vorbeigefahren.

Silvio Rahr: BMG ist ja genau das Gesundheitsministerium, das genau ein paar Häuser weiter.

Johannes Wosilat: Ja, deswegen mal kurz klopfen, sagen hier, dort mit dem Gesetz, das ist keine gute Idee. Das müssen wir anders machen.

Silvio Rahr: Wir sind kein Interessen- oder Lobbyverband. Aber als größtes Qualitäts-Netzwerk und mit so vielen sehr, sehr guten Kliniken und medizinische Einrichtungen ist es natürlich so, dass wir damit auch Interessen vertreten. Auch wenn das nicht unsere Hauptaufgabe ist oder unser Kerninhalt, ist es natürlich so, dass wir für Gesundheit schon auch in dieser Größe natürlich wahrnehmbar sind.

Johannes Wosilat: Hast Du Hobbys?

Silvio Rahr: Wenige.

Johannes Wosilat: Und welche wenigen hast Du?

Silvio Rahr: Ich reise gerne. Das ist gut, um einfach auch so ein Break nach durchgetakteten Tagen zu haben, dass man einfach mal kurz verreist. Und dann unterstütze ich verschiedene Organisationen. Ist zwar kein Hobby, aber mache ich in der Freizeit. Wie den Fanny Mendelssohn Förderpreis oder andere Organisationen. Einfach weil ich glaube, jeder der kann, sollte immer möglichst viel Gutes zurückgeben. Und insofern muss ich sagen, das macht mir große Freude, da eben junge Nachwuchskünstler zu unterstützen oder Calming Purpose, diese internationale Initiative, wo es der neuen Generation viel mehr um Werte, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Zusammenhalt geht. Und ich glaube, wenn man dann mit seinem eigenen Netzwerk so was unterstützen kann, dann ist es gut.

Johannes Wosilat: Das heißt, Du kannst auch ein bisschen die Arbeit damit noch verknüpfen oder ist das schon, wo Du sagst: Nee, das ist mein eigenes Ding.

Silvio Rahr: Das ist absolut separat. Das hat nichts mit unserem Netzwerk für Gesundheit zu tun.

Johannes Wosilat: Okay. Erzähl mir ein bisschen mehr darüber. Weil Du sagst, Du engagierst Dich und es ist ja wieder wie ein Hobby. Was genau machst Du?

Silvio Rahr: Also Ehrenamt sozusagen beim Fanny Mendelssohn Förderpreis ist es ein Konzept-Wettbewerb, den ich unterstütze. Und das heißt sehr talentierte Künstler, aber auch solche, die ein Konzept haben, wie sie wirklich mit ihrer Musik in Zukunft auch arbeiten wollen. Die können sich einmal im Jahr bewerben. Da gibt es eine hochkarätige Jury mit Paten, die entsprechende Vorschlagsrechte haben. Und dieser Konzept-Wettbewerb des Mendelssohn Förderpreises ist eben wirklich im Klassik-Nachwuchs was sehr besonderes. Da unterstütze ich einfach mit all den Kontakten, mit Zeit, mit Ideen, wie man den noch mehr präsentieren kann, noch erfolgreicher machen kann. Für die jungen Künstler ist es einfach natürlich, wenn sie den ersten Preis gewinnen, dann bekommen Sie eine komplette CD-Produktion, ein Jahr Unterstützung in der künstlerischen Entwicklung. Also das ist schon wirklich sehr, sehr etabliert und es ist schön, wenn man jedes Jahr beim Preisträger-Konzert einfach auch sieht, wie groß diese Familie an Finalisten, an Preisträgern geworden ist und wie eng untereinander auch deren Zusammenhalt ist und die wirklich kreativ wieder neue Konzepte in der Gruppe unter den Preisträgern entwickeln.

Johannes Wosilat: Hast Du eine Frau?

Silvio Rahr: Nein einen Partner

Johannes Wosilat: Und wohnt er hier in Berlin?

Silvio Rahr: Nein, in Karlsruhe aber wenn man sowieso die ganze Woche immer in ganz Deutschland unterwegs ist, ist es ganz gut zwei Standorte zu haben. Insofern ist das ist das wunderbar. Genau das Berlin und dann das Badische. Gutes Essen, gutes Wetter. Oft besser als hier. Aber dafür hat Berlin einen schönen Sommer.

Johannes Wosilat: Was schätzt Du an Deinem Partner am meisten?

Silvio Rahr: Seine unglaubliche Kreativität. Er ist Meister-Florist, Interior Designer und ich bin jedes Mal wieder erstaunt, weil ich mir das gar nicht vorstellen kann, wenn ich das Endprodukt sehe, wie man da hinkommen kann und ich mir das nicht vorstellen kann, wie man da aus dem Istzustand dann das Endprodukt kreiert, ob es bei den Blumen oder bei der Inneneinrichtung ist, das ist fantastisch.

Johannes Wosilat: Dann ergänzt ihr euch dann? Du bist eher so der Zahlen-, Fakten-Mensch oder?

Silvio Rahr: Gar nicht so sehr der Zahlenmensch. Aber ich bin zumindest sehr strukturiert und sehr gut organisiert und ich glaube, das matcht gut dann zusammen.

Johannes Wosilat: Okay. Was schätzt Du an Freundschaften und Beziehungen am meisten?

Silvio Rahr: Ich glaube, wenn man jemanden sehr lange nicht gesehen hat und dann ist es trotzdem so wie gestern. Ich glaube, es gibt viele Freundschaften, die sind so eng in der Verbindung, dass es nicht eine dauernde und immer wieder regelmäßige Kommunikation braucht und trotzdem ist sie ganz eng, die Verbindung. Und ich glaube, dann gibt es manchmal auch Freundschaften, wo man lernt, dass es vielleicht gar keine waren oder sind. Deswegen ist es interessant zu sehen, wer einem wirklich wichtig ist. Ich glaube, da lernt man jedes Mal auch dazu.

Johannes Wosilat: Auch auf lange Sicht?

Silvio Rahr: Absolut.

Johannes Wosilat: meine nächste Frage ist jetzt natürlich sehr naheliegend bei Deinem Beruf: Was bedeutet für Dich Gesundheit?

Silvio Rahr: Nun ja, also ich glaube, es ist einfach das Wichtigste, was wir haben und so sollten wir auch damit umgehen. Ich bin jemand, der versucht sehr bewusst zu leben. Ich könnte noch mehr Sport treiben, das nehme ich mir immer wieder vor. Doch dann ist es bei dem engen Terminkalender dann trotzdem irgendwie meist zu wenig Zeit. Aber gesunde Ernährung ist für mich wichtig. Bewegung und dann natürlich auch immer so, dass man mal einen kleinen Break für den Kopf hat, dass man dann wieder kreativ ist und auch wieder neue Sachen denken kann. Wie beim Auto kann ich immer nur den Rat geben, auch regelmäßig mal zum Check-up zu gehen, denn wir müssen nicht erst warten, bis die Krankheit da ist, sondern uns einfach mal in regelmäßigen Abständen durchchecken lassen. Habe ich erst letzte Woche getan. Das bringt nichts, wenn ich das immer nur allen empfehle und selber nicht so lebe.

Silvio Rahr: Du bist ja noch sehr jung, aber…

Johannes Wosilat: Ja, was heißt jung also so circa ab 40 sagst Du, oder?

Silvio Rahr: Ja.

Johannes Wosilat: Okay. Na da habe ich ja noch Zeit.

Silvio Rahr: Noch vier Jahre.

Johannes Wosilat: Was bedeutet für Dich Risiko?

Silvio Rahr: Was es für mich bedeutet? Ich glaube, Risiken müssen wir immer eingehen. Ich glaube, es geht um Abwägung: Wo ist Chance, wo ist Risiko? Ich würde behaupten, dass ich eher auch mal ins Risiko gehen würde, um was zu erreichen. Aber es muss halt immer austariert sein, was wirklich der Vorteil ist, auf welche Karte man setzt oder eben auch nicht setzt. Und ich glaube, wir denken als Deutsche oftmals eher so in Ängsten oder was alles passieren könnte. Ich würde mir manchmal wünschen, wenn ich mir ein bisschen auch die Chancen ansehe, dass wir auch sehen, dass das Wasserglas eben nicht nur halbleer, sondern auch halbvoll ist.

Johannes Wosilat: Die nächste Frage passt eigentlich, denn Du arbeitest hier in Berlin und wohnst in Karlsruhe. Wie schaffst du den Spagat Privat – Geschäft. Natürlich hast Du viel Arbeit, aber Du hast natürlich auch unglaubliche Distanz zurückzulegen.

Silvio Rahr: Das kommt drauf an, wenn man das so sieht. Ich glaube, eine gute Organisation macht das möglich. Und ich bin ja die gesamte Zeit, also die gesamte Woche, in Deutschland unterwegs und versuche das schon so zu organisieren, denn Deutschland ist groß und ich lege eher die Süd-Termine vor oder nach dem Wochenende oder je nachdem wie wir unsere Pläne auch abgestimmt haben. Also mit einer guten Organisation geht das alles. Ich sage immer: Mein rollendes Büro ist die Deutsche Bahn. Ich bin wahrscheinlich auch einer der wenigen sehr zufriedenen Bahnkunden und da kann ich unglaublich viel aufarbeiten und komme zum nächsten Termin und bin a jour mit allen offenen Themen. Insofern ist das kein Problem für mich. Ich genieße aber auch Berlin. Also ich finde, beide Wohnorte haben ihre Vorteile und sind wirklich auch spannend und lebenswert. Berlin ist natürlich viel spannender, aber Karlsruhe und Baden hat natürlich auch viele Vorteile. Hat auch seinen Charme.

Johannes Wosilat: Die Nähe zu den Bergen.

Silvio Rahr: Frankreich, Elsass, das Genießer-Land. Genau.

Johannes Wosilat: Ja. Das gute Essen. Wein, klassische Musik. Hast Du einen Plan für Wir für Gesundheit?

Silvio Rahr: Ja, natürlich. Ohne Plan auch kein Erfolg, aus meiner Sicht. Also, wir wollen natürlich die erfolgreichste betriebliche Kranken-Zusatzversicherung sein und uns immer weiterentwickeln, auch mit zusätzlichen Leistungen und Vorteilen. Dafür, dass wir ja wirklich ein kleines und auch ein noch junges Start up sind, aber mit unserem großen starken Partner Debeka, wollen wir natürlich auch künftig stark wachsen und man muss ja Visionen und Wünsche haben. Der Schönste ist einfach, wenn wir immer mit der Plus-Karte am stärksten wachsen, also stärker als der Rest im Markt. Wir haben hier in Deutschland über 40 private Krankenversicherungen, wo schon auch einige eine betriebliche Krankenversicherung anbieten oder sich dem Feld widmen. Und da wollen wir natürlich vorne sein.

Johannes Wosilat: Okay, Marktführer.

Silvio Rahr: Marktführer. Genau.

Johannes Wosilat: Strebst Du auch in andere Länder?

Silvio Rahr: Es kommt immer wieder die Frage mindestens nach D-A-CH. Wir haben viele Unternehmen, die haben natürlich auch in Österreich und Schweiz Niederlassungen. Die Versicherungsgrundsysteme sind teilweise sehr unterschiedlich, wenn wir an die Schweiz denken. Österreich wäre noch kompatibel mit Deutschland, aber die Grundsysteme sind schon sehr unterschiedlich und da ja immer die gesetzliche Krankenversicherung im ersten Rang ist und das andere nur einen Zusatz-Paket , muss man sich schon nach den Grundsystem richten. Aber ich glaube der Trend wird in den nächsten 20, 30, 40 Jahren sicherlich auch dahin gehen, dass man sagt: Das wird in Summe ein fester Bestandteil auch von Arbeitsverträgen, Tarifverträgen und anderem.

Johannes Wosilat: Ich fand‘s spannend. Ein Freund von mir ist jetzt ausgewandert, nach Dubai, und der hat hier alles abgemeldet, hat sich eine internationale Krankenversicherung geholt und zahlt keine 50 € im Monat. Dann habe ich mir überlegt: Wie kann das sein, dass jemand, der wegzieht so unglaublich privilegiert ist? Mein Anteil ist gigantisch, den ich zahlen muss und er geht weg, hat eine internationale Absicherung und zahlt 50, 70 €; lächerlich im Vergleich zu dem. Wir tragen natürlich Gemeinwohl. Wir tragen auch andere mit. Aber ich dachte mir, irgendwie passt das nicht so ganz überein, denn es ist das 15 fache.

Silvio Rahr: Absolut. Das kommt natürlich immer drauf an bei Policen. Was ist wo mit drin? Was es wie gedeckelt? Du hast es gesagt: Wir haben natürlich eine Solidargemeinschaft, wir zahlen auch für die, die nicht so viel zahlen können. Aber es stimmt, auch unsere gesetzliche Krankenversicherung ist ja auch schon für den Einzelnen. Wenn man das am Lohnzettel sieht, was man selber und was der Arbeitgeber ja noch mal zur Hälfte drauf zahlt, ist das natürlich schon ein hoher Betrag und ich würde mir manchmal die Patienten-Quittung, über die wir auch schon seit 20 Jahren reden, wünschen. Denn wenn man dann sieht, was sozusagen die Versicherung auch alles für Rechnungen übernimmt, dann wäre das manchmal schon ganz gut, dass man als Patient auch sieht: Aha, der Krankenhausaufenthalt hat jetzt 12.000 € gekostet. Ja, ich glaube, das muss man einfach immer gegenüberstellen.

Johannes Wosilat: Ja gut, diesen Einblick hat man natürlich nicht. Überhaupt nicht. Es sei denn, man ist privat versichert, dann kriegt man als erstes die Rechnung zu sehen.

Silvio Rahr: Genau.

Johannes Wosilat: Was würdest Du Jungunternehmern mit auf den Weg geben, die jetzt vor der Entscheidung stehen, in die Selbstständigkeit zu gehen oder die jetzt gerade die Entscheidung getroffen haben?

Silvio Rahr: Also wenn sie von dem, was sie tun, überzeugt sind, dann sollen sie wirklich hartnäckig dranbleiben, diese Version zu verfolgen, also wirklich auch Geduld haben. Da sind sie dann manchmal vielleicht auch zu ungeduldig und manche Rahmenfaktoren, Banken oder Gesellschafter, Finanzierungspartner machen natürlich auch immer häufig einen Druck. Aber da kann ich nur sagen: hartnäckig dranbleiben und auf solide Füße zu stellen. Eine gute Idee reicht nicht, sondern wir brauchen halt auch ein gutes Package und eine gute Start up Finanzierung. Das muss man sagen, das hatten wir auch. Wenn man sagt, da gibt es eine Anschubfinanzierung, weil man ist nicht von 0 auf 100, das muss man einfach sagen. Aber die wichtigste Botschaft: wirklich hartnäckig dranbleiben.

Johannes Wosilat: Hätte wahrscheinlich länger gedauert.

Silvio Rahr: Hätte länger gedauert und wäre sicherlich auch dann in der Weiterentwicklung nicht so gut gelaufen.

Johannes Wosilat: Denn jetzt gibt’s ja auch noch zusätzlich eine App.

Silvio Rahr: Und alleine Personalkosten. Wir sind hier zur Untermiete. Gott sei Dank bei Kunden von uns, was gut ist, aber insofern muss man sich das eben immer auch als Gründer überlegen. Was sind alles noch für Kostenblöcke, mit denen man manchmal gar nicht rechnet?

Johannes Wosilat: Das war’s. Gut. Silvio, vielen Dank.

Silvio Rahr: Ja, sehr, sehr gerne. Hat mich sehr gefreut. Das, was wir jetzt schon oft gesagt haben. Bleib gesund.

Johannes Wosilat: Na logo. Genau. Du auch!

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