Gastbeitrag

Gregor Jasch

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Lesezeit ca. 5 Minuten

Kreativität – die härteste Währung im 21. Jahrhundert

In jedem von uns steckt eine kreative Persönlichkeit – manche brauchen jedoch eine Anleitung, um dieses Potenzial zu entfalten. Jeder Mensch kann Ideen generieren, es ist nur eine Frage der Übung. Wie oft, wie sehr, in welcher Art und Weise wir Ideen gestalten, ist mitunter abhängig von den Rahmenbedingungen und auch von der Anerkennung, die uns von außen zu Teil wird.  Als Autor des „Creative Effectiveness Kochbuchs“ entwickle ich in meinen Workshops, Seminaren und Vorträgen gemeinsam mit meinen Teilnehmern methodisch frische Ideen für Marken, Vertrieb und Marketing – Ideen, die nicht nur besonders kreativ, sondern auch besonders effektiv sind.  

Was ist eine Idee? Eine Idee ist eine Erkenntnis, kombiniert mit neuen Sichtweisen. Sie besitzt Kraft und Energie, um zu begeistern. Eine Idee ist erst dann eine wirklich gute Idee, wenn sie sich von dir entfernen kann und auch anderen zu neuen Einsichten verhilft und dabei Energie freisetzt: Verblüffung, Lachen, Erstaunen oder Empathie – auf jeden Fall Emotion.

Kreativität bestimmt mein Leben als Kreativer, Buchautor, Musiker, Komponist, Filmproduzent oder über viele Jahre als Mitglied des Vorstandes oder der Geschäftsleitung mehrerer Werbe- und Marketingagenturen. Für einen Hidden Champions des Gleisbaus sowie der Gleisbau-Sanierung reiste ich mit einem Drehteam im Rahmen eines vier Monate dauernden Filmprojektes einmal um den Globus und auf alle Kontinente. Diese Erfahrung hat meine Sicht auf die Welt nochmals komplett umgekrempelt. Mir wurde bewusst, wie viel kreatives Talent nicht zur Entfaltung kommt – aus Angst davor, neue Wege zu denken oder zu probieren. Der Hintergrund liegt aber viel tiefer, er ist verwurzelt in der jeweiligen Kultur und Erziehung der Individuen bzw. in der jeweiligen Unternehmenskultur. Daraus entstand die Idee, eine Anleitung ähnlich eines Kochbuches zu entwickeln, um Kreativität zu entmystifizieren. Die Creative Effectiveness Methode ist eine Anleitung, mit der jeder Ideen entwickeln kann, die auf Strategie liegen und dabei besonders wirkungsvoll sind.

Mein Terminkalender ist gut gefüllt: Tokyo, Phnom Penh, Sydney, Stuttgart, Toronto, Los Angeles… Ich bin viel unterwegs und entwickele als Coach, Sparring Partner und Creative Entrepreneur vor allem Neues: neue Geschäftsideen, neue digitale Plattformen, neue Positionierungen für Hotels, Tourismus und Industrieführer sowie die entsprechenden Tools für StoryBranding und StorySelling.

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Im Ideenentwicklungsprozess ist es essenziell, sich nicht vorschnell mit den ersten Ideen zufrieden zu geben. Es geht darum, das mentale Grenzgebiet nicht nur zu erreichen, sondern diese Grenzen bewusst zu überschreiten – erst dieser eine Schritt mehr macht eine Idee brillant. Es ist so ähnlich wie beim Yoga oder beim Sport: Sobald du dich mit dem ersten Ergebnis einer Dehnung oder einer Wiederholung von Bewegungsabfolgen zufrieden gibst, wirst du dich nicht weiterentwickeln. Erst durch den Willen weiter zu gehen und deine eigenen Grenzen zu überwinden, entsteht Veränderung und persönliche Entwicklung. Und je mehr du dich darin übst, deine geistigen Grenzen im Ideen-Management zu überwinden und dich komplett in geistiges Neuland zu begeben, desto selbstverständlicher wirst du auf neue und ungewöhnlichere Ideen kommen.

Erst das WAS, dann das WIE

Im Ideenprozess heißt das: erst kommt das WAS, dann das WIE. Das WAS ist entscheidend. Denn das WAS ist der Absprungpunkt der Idee. Dem voran geht ein interner Prozess, erst dann kommt die tatsächliche Ideenentwicklung und ihr folgt das WIE in der Umsetzung. WIE erzählen wir eine Geschichte, wie spannend tun wir das und über welche Kanäle?
In Begegnungen mit Kunden höre ich oft: „Wir haben ein langweiliges Produkt oder eine triviale Dienstleistung, die nicht der Rede wert ist. Wir sind nur Maschinenbauer, wir stellen nur Schwimmbadpumpen her, wir sind nur ein Automobilzulieferer, wir sind nur eine Bank.“ Das ist schichtweg nicht wahr. Was es in diesen Unternehmen allerdings gibt, ist einen Mangel an Möglichkeiten, an Zeit oder an Ressourcen, um die WAS-Definition als Grundlage zu schaffen. Getrieben von der Bilanzsicht können viele Firmen nicht verstehen, dass ein potenzieller Kunde, Interessent oder Außenstehender das völlig anders sieht. Diese Erkenntnis ist wichtig.

Wer das WAS klärt, macht es richtig. Die japanische Mentalität hat uns da einiges voraus: Alles wird erst in das Team hinein getragen und dort wieder abgeholt. Erst dann ist es eine Entscheidung. Auf der Suche nach dem WAS müssen also im Unternehmen alle Beteiligten in die Entscheidungsfindung eingebunden sein, nur so gelingen die emotionale Mit-Autorenschaft jedes einzelnen und damit auch die Mit-Verantwortung für die Sache.
Eine gute Idee zu entwickeln, ist kein Hokuspokus. Die Menschen stärker an den Ideenfindung zu beteiligen, ist der Schlüssel zum Erfolg – denn nur dann vertreten sie diese Idee auch und setzten sie tatkräftig und mit viel Energie um. Gute Ideen und die daran beteiligten Personen brauchen Wertschätzung. Erst muss das WAS verstanden werden. Wenn das WAS im Unternehmen abgestimmt ist, lässt sich eine Idee auch verkaufen – sowohl intern als auch extern. Anschließend kann das WIE überlegt werden.

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Viele Ideen sind lediglich neue, ungewöhnliche Verbindungen bereits bestehender Dinge. „Die kreative Ideenfindung benötigt einen Ankerpunkt und verbindet in der Regel eine bekannte Information mit einer neuen Tatsache oder Sichtweise. Stelle dir folgende Situationen vor:

  • Was passiert, wenn du eine bekannte Tatsache mit weiteren bekannten Tatsachen kombinierst? Das Ergebnis ist fade, damit kannst du kaum jemanden begeistern.
  • Was passiert, wenn du etwas sehr Neues mit einer weiteren, neuen und ungewöhnlichen Komponente kombinierst? Du erntest Unverständnis, weil deine Zuhörer schon den Anfang nicht verstanden haben und dir auch bei der weiteren Ausführung nicht mehr folgen konnten.
  • Was passiert, wenn du etwas Bekanntes als Ankerpunkt nimmst und mit einer völlig neuen Sichtweise kombinierst? Dann ist das Ergebnis erstaunlich, fesselnd und faszinierend. Die Menschen werden zu dir sagen: „Ich weiß genau wovon du spricht, aber so haben wir diesen Zusammenhang noch nie gesehen!“

Durch die Koppelung einer bekannten Information oder persönlichen Erfahrung mit einer neuen Information oder Sichtweise bekommt eine Idee auch Energie und Wirkungskraft – und genau das ist unser Bestreben.

Die vier Kriterien für Ideen mit Wirkungskraft

Um wirklich ungewöhnliche und faszinierende Ideen zu schaffen, die nicht nur besonders kreativ sind, sondern darüber hinaus auch über eine hohe Wirkungskraft verfügen, müssen folgende vier Kriterien erfüllt sein:

  1. Eine ungewöhnliche Kombination von Fakten
    Wahrheit ist die beste Strategie. Deine Fakten müssen der Wahrheit entsprechen und leicht überprüfbar sein – also setze kein zu hohes Insiderwissen voraus.
  2. Eine einzigartige Verbundenheit mit einem Produkt-, Service- oder Markenaspekt
    Vermeide Gags, die nichts beweisen! Eine Botschaft, die nicht leicht nachvollziehbar mit einem Produkt-, Service- oder Markenaspekt verbunden ist, hilft nicht weiter. Sie wird dann auch vom Empfänger der Botschaft nicht verstanden. Sie ist einfach „zu weit weg“.
  3. Eine relevante Botschaft
    Die Botschaft muss für das Verständnis der Idee relevant sein, um zu überzeugen. Egal ob es sich dabei um einen Produkt-, Service- oder Markenaspekt handelt: Wenn dein Gegenüber nicht verstehst WARUM es für ihn wichtig ist, diesen besonderen Aspekt der Botschaft zu verstehen, wird er in Folge die Botschaft auch nicht in Erinnerung behalten oder weiter erzählen.
  4. Aus ungewöhnlicher Perspektive erzählt
    Es ist die ungewöhnliche Perspektive, die fasziniert und begeistert. Sobald du eine relevante Botschaft aus ungewöhnlicher Perspektive erzählst, wird sie von deinem Gegenüber leicht gemerkt. Eine solche Botschaft trägt in sich die Energie, sich leicht und oft zu multiplizieren.

www.gregorjasch.com

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