Hidden Champions

Michael Baureis

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Lesezeit ca. 10 Minuten

Mach es mit Leidenschaft!

Michael Baureis und seine Leidenschaft: die Baubranche

Gibt es einen entscheidenden Faktor für den Erfolg im Beruf und als Unternehmer? Wenn das jemand weiß, dann unsere Hidden Champions. Michael Baureis kennt zwar kein Patentrezept, jedoch hat er seinen ganz persönlichen Rat für jeden, der beruflich (aber auch ganz allgemein im Leben) erfolgreich sein will – und der ist ganz simpel: Tu das, wofür Du brennst!

Michael Baureis hat diesen Rat schon von Anfang an selbst befolgt, schon als er sich mit Schneeräumen das erste Geld verdient hat und auch heute in seiner Position als einer der Geschäftsführer der Ehret+Klein GmbH hält er sich daran. So bezeichnet er konsequenterweise auch seine „Führung als von Leidenschaft geprägt.“ Daneben ist ihm Zuverlässigkeit in der Mitarbeiterführung besonders wichtig. Seine Leute wissen, dass er zu dem steht, was er sagt und das dann auch umsetzt. Das bedeutet aber nicht, dass Michael Baureis stur einen Plan verfolgt. Wie er flexibel auf die aktuellen Herausforderungen in der Baubranche reagiert, hat er uns im Interview verraten. Außerdem sprechen wir darüber, wie wichtig die richtige Work-Life-Balance ist, gerade, wenn man beruflich sehr eingespannt ist. Auch hier hat Michael Baureis ein ganz simples Rezept. Am liebsten legt er sich am Wochenende einen Tag an das Ufer eines Sees und entspannt dort. Warum seine Heimat München dafür bestens geeignet ist, hat er uns im Interview verraten. Außerdem gibt es einen spannenden Einblick in Michael Baureis‘ Einschätzung zur künftigen Entwicklung der Baubranche, deren jüngere Entwicklungen sogar ihn selbst überrascht haben. Aber wie er selbst sagt: „Hinterher ist man immer schlauer.“

Interview mit Michael Baureis

Johannes: Während ich begeistert und aufgeregt bin, wenn ich einen Hausbau plane, lässt das meinen heutigen Gast der Ehret+Klein GmbH kalt. Denn die erschaffen Quartiere, also ganze Stadtviertel. Zum Beispiel in Landsberg am Lech, circa eine Stunde entfernt von München, wo sie beinahe 60.000 Quadratmeter neu gestalten. Was das bedeutet und wie sie mit diesen Unsicherheiten solch großer Projekte umgehen, das erfahren wir jetzt. Mein heutiger Gast ist Michael Baureis, einer der insgesamt vier Geschäftsführer. Herzlich willkommen und schön, dass ich hier sein darf, bei euch hier in Starnberg.

Michael: Vielen Dank, dass Sie hier sind.

Johannes: Was war denn der beste Rat, den Sie bekommen haben?

Michael: Der beste Rat, den ich je bekommen habe, war, dass man beruflich das machen soll, wofür man brennt. Also alles eigentlich, was man im Leben macht. Das sollte man mit Leidenschaft machen.

Johannes: Und Sie machen alles mit Leidenschaft?

Michael: Ich versuche es zumindest, ja.

Johannes: Also macht Bauen richtig Spaß?

Michael: Definitiv. Was an der Projektentwicklung das Abwechslungsreiche ist, sind die vielen verschiedenen Gruppen, mit denen man zu tun hat und auch die verschiedenen Anforderungen und vielleicht auch Gepflogenheiten, die da herrschen. Man hat zu Beginn viel mit der Politik und mit den Planern zu tun. Das ist natürlich dann ganz anders als während der Bauausführung mit den ausführenden Firmen. Da kann es dann von der Kommunikation her auch mal ganz anders werden. Dann hat man am Schluss wieder den Erwerber einer Immobilie, sei es jetzt ein Privatkäufer, einen Einzelkäufer oder einen Globalinvestor. Mit denen ist natürlich noch mal eine ganz andere Art der Kommunikation gefragt. Das Abwechslungsreiche macht es sehr spannend.

Johannes: Wenn ich jetzt so die Zahl 60.000 Quadratmeter höre, dann denke ich mir: Ja, das ist eigentlich eine Stadt oder ein Stadtviertel. Wie viele Leute braucht man aus euren Reihen, um so ein Projekt überhaupt realisieren zu können? Und wie viel arbeiten dann überhaupt auf so einer Baustelle?

Michael: Also wir haben ja ein Team aus Spezialisten und ziehen natürlich dann je nach Phase des Projekts Leute hinzu. Das heißt also, parallel arbeiten an einem Projekt dieser Größe vielleicht fünf Leute und wir ziehen dann gegebenenfalls immer noch mal jemanden speziell hinzu. In der Anfangsphase, wo es um Verträge mit der Stadt geht, haben wir eine Syndikus-Anwältin im Haus, die diese Themen hervorragend begleitet. Dann haben wir bei der Erschließung des Grundstücks, gerade wenn es um die Erdbauarbeiten geht, auch Leute, die darin Experten sind, was die Verunreinigungen im Boden oder Ähnliches betrifft oder die Erdarbeiten. Und dann, während des Projektverlaufs, wenn es in die Vergabephase des Hochbaus gibt, haben wir auch ein Team, das sich speziell mit den Vergaben an Generalunternehmer oder Einzelunternehmer beschäftigt, die auch aus dem Bereich kommen und das schon beruflich gemacht haben, um die Projektleiter in der Phase unterstützen.

Johannes: Und in welchem Zeitraum kann man sich das vorstellen? Ich meine, bis das dann ein Stadtviertel ist, wo man wohnen kann, wo man Auto fahren kann.

Michael: Die ersten Phasen, bis die ersten Leute einziehen, da vergehen locker mal 5 bis 7 Jahre. Und dann wird man so ein Projekt natürlich immer in Abschnitten realisieren, weil es einfach von der Komplexität her sonst viel zu groß ist, zum Beispiel von der Baulogistik her. Man braucht auch immer Lagerflächen und man kann natürlich nicht mit allen Bauabschnitten gleichzeitig in die Vermarktung gehen und sei es schon allein Auftragnehmer zu finden, die das realisieren. Auch da muss man so ein Projekt aufteilen, weil es sonst einfach zu groß für Firmen aus der Umgebung oder auch überregional ist. Kein Mensch kann so viele Wohnungen auf einmal realisieren und insofern muss man so ein Projekt immer unterteilen.

Johannes: Auch finanziell, wahrscheinlich …

Michael: Finanziell würde es zwar theoretisch natürlich gehen, aber es ist natürlich auch finanzierungstechnisch einfacher, wenn man das aufteilt, weil auch für Banken natürlich ein Projekt dieser Größe schon… Dann kommen nicht mehr viele als Kreditinstitut in Frage. Und es ist wie überall, Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn man natürlich da auch die mittelständischen oder die regionalen Banken, was wir sehr, sehr gerne tun, mit ins Boot holen kann, dann ist es ein großer Vorteil und deswegen ist es auch da ein Vorteil aufzuteilen.

Johannes: Okay, das heißt, ihr sucht eine Bank, aber ihr habt gleichzeitig auch Investoren, die sich dann eben an so einem Projekt dann auch beteiligen? Ob das dann partiell ist oder ob das im Gesamten ist, hängt natürlich von dem Volumen ab.

Michael: Genau. Bei einem Projekt dieser Größe wird natürlich auch immer ein gewisses Eigenkapital gefordert. Und da holt man dann sich gerne auch Investoren ins Boot, die dann bei dem Projekt teilhaben. Also man hat wirklich mit ganz unterschiedlichen Personenkreisen zu tun. Und das macht eigentlich die Projektentwicklung aus.

Johannes: Ja, ich glaube, man muss auch, wie Sie vorhin auch gesagt haben, unterschiedliches kommunizieren: Mit einem Bauamt und mit einer Stadt kommuniziert man anders als mit einem Investor oder mit einer Bank.

Michael: Ja, ganz klar. Also es ist wirklich sehr, sehr vielfältig.

Johannes: Ja. Wie lange sind Sie schon dabei? Also jetzt hier bei Ehret+Klein.

Michael: Bei Ehret+Klein bin ich seit Oktober 2018, vorher als kaufmännischer Leiter und seit April 2022 in der Geschäftsführung.

Johannes: Also ganz frisch gebackener Geschäftsführer.

Michael: Ja, sozusagen.

Johannes: Mega. Und was für Aufgabenfelder kommen jetzt auf Sie zu?

Michael: Also ich bin vor allem für die unternehmenseigenen Bereiche zuständig, also für den Bereich Unternehmensentwicklung, Marketing, Kommunikation, Personal, aber auch für das Projektcontrolling, also die kaufmännischen Themen in den Projekten und für die Finanzierungen der Projekte.

Johannes: Das ist aber trotzdem sehr vielfältig. Ich meine, Marketing ist etwas anderes wie Finanzierung.

Michael: Auf jeden Fall. Also es ist mir immer sehr, sehr wichtig gewesen und deswegen war es ja mein Wunsch, auch in die Projektentwicklung zu gehen. Ich möchte einfach unterschiedliche Aufgabenfelder und auch mit unterschiedlichen Stakeholdern, sprich Personenkreisen, zu tun haben. Das macht mir Spaß. Ich glaube, jeder Mensch braucht Abwechslung in der beruflichen Tätigkeit.

Johannes: Aber ich glaube, ihr seid auch insgesamt auch breiter aufgestellt. Also was die einzelnen Posten bei euch angeht, dass nicht einer nur einen einzelnen Bereich macht, sondern auch ein bisschen vielfältiger Verantwortung trägt…

Michael: Klar. Also zwar haben wir natürlich unseren Fokusbereich oder unseren Kernbereich, aber wichtige Entscheidungen müssen wir übergreifend gemeinsam treffen, müssen uns auch abstimmen und sind da auch Sparringspartner. Und das ist natürlich wichtig, dass man da auch bereichsübergreifend Themen diskutiert.

Johannes: Da waren wir schon gerade beim Thema Entscheidungen. Was war so die wichtigste Entscheidung in den letzten fünf Jahren?

Michael: Von mir persönlich war die wichtigste Entscheidung ehrlicherweise zu Ehret+Klein zu gehen. Wie gesagt, es war im Oktober 2018. Da war mir eben wichtig, wirklich eine Stelle anzutreten, wo ich auch wirklich autark Entscheidungen treffen kann, wo ich vielfältige Aufgabengebiete bearbeiten kann. Das war auch schon in der kaufmännischen Leitung so, das kaufmännische Spektrum in den Projekten ist ja schon sehr, sehr vielfältig definiert und wir haben den Bereich auch ausgebaut und von daher war das für mich eine sehr, sehr wegweisende Entscheidung in den letzten Jahren.

Johannes: Was war Ihr größter Fehler?

Michael: Mein größter Fehler der letzten Jahre war definitiv, dass ich privat mehr in Immobilien hätte investieren sollen, noch bevor jetzt die Zinsen gestiegen sind.

Johannes: Ja, man kennt ja diesen Spruch mit hätte, hätte. Ich hatte gestern das Interview mit einem Antikuhren-Geschäft und da hieß es auch: „Hätte ich doch mal vor fünf Jahren in eine gewisse Uhr investiert, dann hätte ich heute kein Thema mehr.“

Michael: Ja, das ist wie mit allem im Leben. Hinterher ist man immer schlauer. Und jetzt gerade Immobilienbereich: Den Zinsanstieg hatte keiner in der Form erwartet. So schnell vor allem. Und ja, da hätte man mit einem vorherigen Investment sicherlich jetzt auch gut gelegen.

Johannes: Aber das kam jetzt ja schon relativ abrupt, dass die Zinsen erhöht worden sind. Gut, das sind natürlich auch viele Dinge drum herum passiert. Wie würdet ihr jetzt als Ehret+Klein da vorgehen? Gibt es da schon einen Plan? Denn ich glaube, das wird ja auf so vieles Einfluss nehmen, auf die Geldgeber, auf die, die Geld brauchen, auf die Baupreise. Ich meine, das braucht man ja nicht zu diskutieren, da hat sich ja in den letzten Monaten sehr viel getan. Wie geht ihr damit um?

Michael: Ja, definitiv. Man muss damit umgehen. Wichtig ist, glaube ich, dass man gerade in der jetzigen Phase schaut, dass man Grundstücke vielleicht erst entwickelt und aktuell große Vergaben vielleicht etwas zurückstellt, was die Ausführung betrifft. Ich glaube, da ist jetzt momentan gerade der Höhepunkt, was die Baukosten betrifft, auch aufgrund der Unsicherheit. Es ist ja gar nicht mal die Arbeitsleistung, sondern die Materialien, die ja auch so schwer zu bekommen und dann teuer sind. Von daher lieber jetzt erst mal in die Planungsphase gehen und die Grundstücke eben dann, wenn die Baupreise runtergehen, was eigentlich spätestens Anfang nächsten Jahres zu erwarten ist, in die Realisierung bringen.

Johannes: Okay, also den Fokus aufs Realisieren.

Michael: Also derzeit auf die Planung und wirklich schauen, dass man dann baubereit ist, wenn die Baupreise sich stabilisieren. Wir sehen jetzt schon, dass zumindest das Interesse der Baufirmen wieder sehr, sehr groß ist, neue Aufträge zu generieren und erwarten, dass spätestens Anfang nächsten Jahres im Frühling die Baupreise wieder ein sehr stabiles Niveau erreicht haben.

Johannes: Ja, spannend. Was würden Sie anders machen als vor fünf Jahren? Ich meine, Sie sind ja frischer Geschäftsführer, aber ich würde vielleicht trotzdem mal die letzten fünf Jahre betrachten.

Michael: Wenn ich darüber nachdenke, muss ich tatsächlich sagen, dass ich alles wieder genauso machen würde.

Johannes: Krass. Also gar nichts?

Michael: Nein. Außer eben das angesprochene Thema mit den Immobilieninvestments. Das hätte ich weiter ausgebaut.

Johannes: Was sagen denn die Mitarbeiter, die ihr habt, über Sie?

Michael: Ich glaube, die würden wahrscheinlich mich als zuverlässig beschreiben. Das ist mir auch sehr, sehr wichtig. Das ist mir eigentlich in allen zwischenmenschlichen Beziehungen wichtig, dass man zuverlässig und verlässlich ist. Also wenn man etwas sagt, dass man es dann auch tut und dass man auch zu dem steht, was man sagt. Und das, glaube ich, würden die Mitarbeiter über mich sagen.

Johannes: Wie ist die Führung bei euch?

Michael: Also allgemein würde ich jetzt die Führung als von Leidenschaft geprägt bezeichnen. Ich glaube wirklich, jeder brennt für seine Aufgabe und das sieht man dann auch an der Führung, mit sehr, sehr viel Engagement und eben deswegen auch mit sehr, sehr viel Herzblut. Das heißt, man identifiziert sich auch mit dem Projekt, mit der Tätigkeit.

Johannes: Genau das war mein Gefühl. Wenn man einmal hier durchgeht, merkt man, dass überall kleine nette Sachen stehen, Kunst. Das ist angenehm von der Atmosphäre. Man hat Rückzugsmöglichkeiten und ein Fitnesscenter habt ihr auch.

Johannes: Wofür in Ihrem Leben sind Sie am dankbarsten?

Michael: Am dankbarsten im Leben bin ich für das Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Ich habe da immer Unterstützung bekommen, es war ein sehr, sehr unterstützendes Umfeld. Und bei allem, was ich tun wollte, wurde ich sehr unterstützt. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Das Glück hat nicht jeder und von daher bin ich dafür sehr dankbar.

Johannes: Was bedeutet für Sie Erfolg?

Michael: Erfolg bedeutet für mich, glücklich und ohne Sorgen leben zu können. Das ist wahrer Erfolg im Leben.

Johannes: Also gar nicht Geld, sondern…

Michael: Geld spielt insofern eine Rolle, dass das ja auch eine Sorge sein kann, die man hat. Wenn man an der Stelle auch keine Sorgen hat, ist das von daher auch ein großer Erfolg. Das heißt jetzt nicht, dass man Unmengen davon braucht. Aber wenn es keine Sorge darstellt, ist es auf jeden Fall ein Erfolg.

Johannes: Was gibt es im Leben noch, was Sie machen wollen?

Michael: Beruflich noch sehr, sehr viel. Ich möchte natürlich mit Ehret+Klein noch viel erreichen. Da haben wir noch viele Ziele für die Firma. Ansonsten habe ich natürlich noch viele Ziele, die ich auch bereisen möchte. Da habe ich für die nächsten Jahre schon einiges geplant. Ich würde natürlich gerne mal auch nach Hawaii gehen. Das habe ich schon lange mal angestrebt. Das wäre jetzt mein Ziel für die nächsten Monate.

Johannes: Kokosnüsse unter Palmen?

Michael: Genau. Das ist natürlich jetzt in den letzten zwei Jahren durch die Coronaphase alles etwas eingeschränkt gewesen. Von daher freue ich mich, dass das jetzt wieder geht und habe mir das als Ziel für die nächsten Jahre verordnet.

Johannes: Schön. Ja, das muss man machen. Womit haben Sie das erste Mal Geld verdient?

Michael: Das erste Mal Geld verdient habe ich tatsächlich mit Schneeräumung.

Johannes: Schneeräumung?

Michael: Tatsächlich, ja, ich habe das sehr gemocht, wenn es geschneit hat und war dann auch sehr gerne draußen. Und auch da habe ich das eigentlich schon immer so praktiziert: das, was einem Spaß macht, soll man möglichst auch beruflich machen. So habe ich das dann gleich mit der Schneeräumung verknüpft. Hat mir eigentlich immer Spaß gemacht.

Johannes: Wie kam das, dass man vom Schneeräumen in die Baubranche kommt?

Michael: Die Immobilienbranche war bei mir tatsächlich eine bewusste Entscheidung. Ich habe eigentlich klassische Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanzierung studiert und von daher eigentlich keinen immobilienspezifischen Hintergrund gehabt. Aber ich habe mich dann bewusst für die Immobilienbranche entschieden, weil es mich sehr, sehr interessiert hat und weil es einfach ein Gut ist, was jeder braucht. Jeder benutzt es. Darum war mir das sehr, sehr wichtig. Auch etwas, womit man im Alltag zu tun haben kann, beruflich zu machen.

Johannes: Was glauben Sie, wo geht denn die Reise hin, wenn man jetzt auf die Wohnlagen guckt? Menschen werden immer älter, ich meine von barrierefrei bis Generationshäuser, sind das Sachen, die in Zukunft wichtiger werden?

Michael: Definitiv. Also Barrierefreiheit ist eigentlich jetzt schon der Standard. Was natürlich noch wichtig ist bei einer Immobilie – und das ist natürlich auch ein Aspekt von Nachhaltigkeit – ist, dass sie divers nutzbar ist, also dass sie eben für verschiedene Gruppen auch leicht adaptiert werden kann und dass man solche Themen schon vorsieht. Niemand braucht in jeder Lebensphase das Gleiche. Das ist ja ein Thema, gerade bei der Barrierefreiheit. Die würde ja eigentlich bedingen, dass man zum Beispiel schon barrierefreie Duschen hat, was oft zulasten einer Badewanne geht. Als jüngerer Mensch möchte man aber natürlich in der Regel immer lieber eine Badewanne in der Wohnung haben. Dass man das, je nach Lebensphase, leicht adaptieren und umbauen kann, das sind die Aspekte, die eine nachhaltige Wohnung auszeichnen; also dass man das gleich mit einplant.

Johannes: Das heißt, dass man den Abfluss für eine potenzielle Badewanne schon zumindest so legt, dass man andocken könnte.

Michael: Zum Beispiel, genau. Also, dass man eben diese Möglichkeit schon vorsieht. Ganz genau. Das ist natürlich jetzt auch schon mehr oder weniger etabliert, aber das kann bei einem Quartier natürlich schon dahingehen, dass man verschiedene Einrichtungen im Quartier vorsieht, die dann eben wichtig werden, wenn man älter wird und die man dann nutzen kann.

Johannes: Wie schaffen Sie einen Ausgleich zwischen Beruf und privat, gerade wenn der berufliche Alltag intensiv ist?

Michael: Ich nehme mir da bewusste Auszeiten. Also für mich zum Beispiel ist ganz große Entspannung immer am Wasser zu liegen, wenn das Wetter schön ist. Da hat man hier natürlich jetzt in dem Umfeld sehr gute Möglichkeiten. Der Starnberger See ist sehr, sehr schön. Da fühlt man sich dann schon wie im Urlaub. Wenn es mal doch etwas weiter weg gehen darf, dann finde ich den Walchensee und da am Wasser in der Sonne zu liegen sehr schön. Das fühlt sich wie Urlaub an und ein Tag reicht da schon am Wochenende, um richtig aufzuladen. Solche Auszeiten nehme ich mir dann eben bewusst und schöpfe da auch wieder neue Energien.

Johannes: Was würden Sie rückblickend jungen Menschen, die gerade fertig studiert haben, mit auf den Weg geben? Wie findet man sich? Wie findet man Fokus? Wie kann man eine Entscheidung treffen, in welchen Bereich man eindringen kann?

Michael: Da ist wirklich das beste Kriterium, was einen interessiert. Da sind wir wieder bei dem Punkt, wofür brennt man? Nur wenn das eigentlich gegeben ist, dann kann man da in dem Bereich auch gute Leistungen bringen, denn sonst ist es immer eine Qual. Man muss sich dafür begeistern, dann kommt es von ganz allein.

Johannes: Vielen Dank.

Michael: Sehr gerne.

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